„alternative-energiequellen.info“ ist die Online-Zeitung der Bürgerinitiative BIFUNAE, die sich zum Schutz des Westufers am Starnberger See gegründet hat und sich dort auch mit den Gefahren durch das geplante Tiefen-Geothermie-Kraftwerk Bernried / Höhenried auseinandersetzt.

EEG § 28 – eine intransparente Risikomaximierung

Benachrichtigung

Vergütung nach dem EEG (Stand 2009)

Grundvergütung, Anlagen bis 10 MW 16 Ct./kWh
Frühstarterbonus, Anlagen die vor 2016 ans Netz gehen 4 Ct./kWh
Wärmenutzungsbonus (Wärmenutzung > 20 %) 3 Ct./kWh
Technologiebonus, petrothermale Technik 4 Ct./kWh
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Maximale Vergütung 27 Ct./kWh

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Ab 2010 unterliegt die Förderung einer jährlichen Degression von 1 %

In der Regel wird bei Veröffentlichungen der Einspeisevergütung nach dem EEG bei Geothermiekraftwerken zur Stromerzeugung darauf verzichtet, zu beschreiben wofür diese gewährt wird. Laut EEG erhält der Betreiber eines Geothermiekraftwerks die Einspeisevergütung für 100 % des erzeugten Stroms. Dabei spielt es keine Rolle, wieviel die Kraftwerksanlage von dem erzeugten Strom selbst verbraucht. Dieser sogenannte Eigenverbrauch kann bis zu 70 % (GKW Neustadt-Glewe) des erzeuten Stroms betragen.

Das bedeutet:

a) die Einspeisevergütung erhöht sich prozentual um den Wert, den das GKW als Eigenverbrauch zum Betrieb benötigt.
b) dass der Eigenverbrauch des Geothermiekraftwerks nicht aus Geothermiestrom gedeckt werden muss, sondern aus billigem Industriestrom der in Atom- und Kohlekraftwerken erzeugt wird, gedeckt werden kann.
c) der an den Endverbraucher teuer verkaufte Strom aus Geothermiekraftwerken besteht dem prozentualen Wert nach, der sich aus dem Eigenverbrauch ergibt, möglicherweise aus Atom- bzw. Kohlestrom.

Frühstarterbonus erhöht die Risikobereitschaft

Auch der Frühstarterbonus birgt gewisse Gefahren. Er könnte GKW-Projektleiter zu voreiligen Entscheidungen verleiten, die die Risiken die von einem Geothermiekraftwerk ausgehen noch weiter erhöhen.
Dazu Peter Majer, Leiter der Stabsstelle Ökologie und Innovation bei badenova: Einerseits bietet der Frühstarterbonus den Unternehmen, die ins Risiko gehen, einen finanziellen Anreiz. Andererseits verleitet die Frist bis Ende 2015 aber zu vorschnellen Entscheidungen, die die Risiken nur unnötig erhöhen. Die Politik sollte die Frist deshalb verlängern.
Eine Verlängerung der Frist kann der Problematik nicht gerecht werden, da dadurch das Problem der erhöhten Risikobereitschaft nur verschoben und nicht gelöst wird. Eine Abschaffung des Frühstarterbonus, sowie eine Einspeisevergütung für den tatsächlich zusätzlich erzeugten Strom wären ein weiterer Schritt in Richtung transparenter Preisgestaltung. Unter diesen Voraussetzung wäre es dem mündigen Energieverbraucher möglich, sich eine objektive Meinung zum Thema Stromerzeugung aus Tiefer Geothermie zu bilden. E.J.

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2 Comments

  1. Hans Widow

    Kleine Klarstellung zum Eigenstromverbrauch von Geothermiekraftwerken: Das Beispiel Neustadt-Glewe ist gut gewählt. Ein Forschungsprojekt und zusätzlich noch erste Stromerzeugungsanlage in Deutschland dient als Beleg und Standard für die Zukunft. Growian läßt grüßen. Aus einer Temperatur unter 100°C wird zu Forschungszwecken Strom erzeugt. Da kann man sich schon vorstellen, dass hier das Verhältnis zwischen Stromerzeugung und Pumpenaufwand nicht so gut ist. Außerdem ist das Primäre Ziel der Anlage die Wärmeversorgung. Auch ohne die Stromerzeugung zu Forschungszwecken wird die Förderpumpe für die Wärmeversorgung betrieben. Also viele Argumente dafür, dass das hier vorgestellte Scenario nur einem Zweck dient: die Geothermie zu diskredittieren. Bitte alles überprüfen, was hier auf dieser Seite auftaucht. Das meiste was auf dieser Seite steht ist ähnlich schlecht recherchiert oder bewußt falsch dargestellt. Wenn man eine Technologie beurteilt, müssen die Tatsachen stimmen. Auf dieser Seite ist diese nicht zu erwarten!

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  2. Bernd Geiger

    Kleine Klarstellung zur “Sptzentechnik Tiefengeothermie”: Wo läuft denn bittschön, Herr Widow, ein Goethermie-“Kraftwerk” in Deutschland problemfrei, störungsarm und risikolos? Warum darf das GKW in Landau/Rheinland-Pfalz denn seit den dortigen Erdbeben im vergangenen Jahr nur unter verminderter Last betrieben werden? Wie wird es im benachbarten GKW Insheim weitergehen, wenn auch zukünftig weitere Erdstöße eintreten? Was wäre die Kinderschuh-Technologie “Tiefengeothermie” ohne die EEG-Fördermittel und KfW-Darlehen der bürgerlichen Steuerzahler und Stromkunden? Nur nebenbei: Zwei Windkrafträder in der Südpfalz bei Minfeld erzeugen gleichviel Brutto-Strom wie das in der Fachwelt hochgelobte GKW Landau – stimmt dies nicht fröhlich? Einzig Anerkennung “verdient” die ausgezeichnete Lobby-Arbeit der Tiefengeothermie-/Stromversorgungsunternehmen in Berlin und den Bundesländern. Aber Lobby-Politik ist ja in unserer Republik nichts mehr wirklich neues. Dies wissen Sie ja selbst.

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