„alternative-energiequellen.info“ ist die Online-Zeitung der Bürgerinitiative BIFUNAE, die sich zum Schutz des Westufers am Starnberger See gegründet hat und sich dort auch mit den Gefahren durch das geplante Tiefen-Geothermie-Kraftwerk Bernried / Höhenried auseinandersetzt.

Informationen und Hintergründe zum geplanten Geothermie-Kraftwerk Bernried

Benachrichtigung

Der private Investor BE Geothermal GmbH plant, nord-westlich von Bernried, das bislang größte Geothermiekraftwerk Mitteleuropas zu bauen.


Dafür sollen 4 Bohrungen bis zu 5000m gebohrt werden. Und mit 900m3/h Förderrate soll die größte Wassermenge aller Anlagen in Mitteleuropa gefördert werden.
Die Argumente für diese Anlage sind: Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit und der effiziente Gewinn von Strom and Wärme

Der geplante Kraftwerksstandort liegt mitten in einem bislang unerschlossenen Waldgebiet im bzw. am Landschaftsschutzgebiet Hardtlandschaft und Eberfinger Drumlinfelder. Für den Bau und Betrieb der Geothermieanlage muss das Waldgebiet durch Straßenbau- und Infrastrukturmaßnahmen erschlossen werden. Zusätzlich gibt es bereits Vorschläge für einen weiteren Ausbau des Kraftwerksstandorts zum Industriegebiet. Wenn sich solche Pläne durchsetzen, wird ein weiteres Stück unserer noch verbliebenen Natur verloren gehen.

Tiefe Geothermie kann in Deutschland nicht nachhaltig betrieben werden.

• In Deutschland wird kein nachfließender Wärmestrom sondern die in der Erdkruste gespeicherte  Wärmeenergie genutzt. Diese wird wie ein Bodenschatz abgebaut, bis sie schließlich erschöpft ist.
• In unserer Region wird eine Nutzungsdauer geothermaler Kraftwerke von 20-30 Jahren vorhergesagt.

Vorhersagen von 100 Jahren Nutzungsdauer sind unseriös und nicht belegbar.

• Geothermieanlagen an geologischen „Hot-Spots“, wie z.B. Island, sind nicht vergleichbar
• Die tiefe Geothermie unterscheidet sich von z.B. oberflächennahen Wärmepumpen, die von der  Sonne und nicht von der Wärme aus dem Erdinneren gespeist werden.

Die Stromgewinnung aus Geothermie hat einen sehr schlechten Wirkungsgrad (ca.10%)

• Die restlichen 90% werden als Abwärme in die Atmosphäre geleitet.
• Die geplante Lüfter-Kühlung würde zu Flächenverbrauch und Lärmemissionen im Wald führen.
• Wegen des schlechten Wirkungsgrades muss für die die geothermische Stromerzeugung eine sehr  große Thermalwasser-Menge gefördert werden.

Eine hohe Förderate verschlechtert die Nachhaltigkeit des Wärmespeichers im Untergrund und erhöht das Risiko von Erdbeben.

Der Focus bei diesem Kraftwerk liegt eindeutig auf der Stromerzeugung. Der Grund dafür ist die Förderung durch das Erneuerbare Energien Gesetz, in dem die Stromerzeugung mit ca. 20 ct/kWh subventioniert wird. Diese Subventionen werden an den Investor Lutz K. Stahl und die australische MacQuarie Bank fließen. In der Zwischenzeit, wird unser Rohstoff Erdwärme verschwendet und kann später nicht mehr für eine effizientere direkte Wärmenutzung verwendet werden.

Bernried will die Fernwärme benutzen, aber die Fernwärme-Leitungswege bis zu Nutzern der Fernwärme in der Klinik Höhenried und weiter zu einzelnen Haushalten in Bernried betrügen ca. 4 bzw. 8 Kilometer. Lange Fernwärmeleitungen bedeuten hohen Investitionsaufwand für die Bernrieder Bürger, und große energetische Verluste im langen Leitungsnetz.

Es gibt in Deutschland keine Langzeiterfahrungen mit Stromerzeugung aus tiefer Geothermie. Die Risiken und Nachteile dieser Technologie werden deshalb erst langsam bekannt. In anderen Ländern sind schon seit längerem Effekte wie Landabsenkungen oder Erdbeben durch Geothermiekraftwerke bekannt (z.B. Wairakei (Neuseeland), Larderello (Italien), The Geysers (CA, USA), Island). Bei uns setzt sich erst durch die Erdstösse bei den Geothermie Projekten in Basel und Landau die Erkenntnis durch, dass diese Technologie nicht frei von Risiken ist.

Zur Reduktion des CO2 Ausstoßes sollten kostengünstigere, risikoärmere und wirklich erneuerbare alternative Energiequellen wie z.B. Photovoltaik, Biogas genutzt werden.


Weitere Informationen zum Kraftwerk Bernried
u.a. Standort, Naturschu
tz

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